Die meisten Menschen achten auf Blutwerte, Hormone, Vitamine oder ihre Ernährung. Kaum jemand beschäftigt sich mit einer Zahl, die darüber entscheidet, ob all diese Dinge überhaupt optimal funktionieren können: die Körpertemperatur.
Unser Organismus arbeitet nicht zufällig bei etwa 37°C. Diese Temperatur ist das Ergebnis von Millionen Jahren biologischer Entwicklung. Sie ist der Bereich, in dem die meisten Enzyme, die kleinen Arbeiter unseres Stoffwechsels, ihre höchste Leistungsfähigkeit erreichen. Enzyme steuern nahezu jeden Vorgang im Körper. Sie sorgen dafür, dass Nahrung in Energie umgewandelt wird, Zellen repariert werden, Hormone hergestellt werden und das Nervensystem reibungslos funktioniert. Ohne sie läuft nichts. Und Enzyme sind empfindlich. Bereits kleine Veränderungen der Körpertemperatur können ihre Aktivität beeinflussen. Wenn die Körpertemperatur sinkt, verlangsamen sich viele Stoffwechselprozesse. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass etwas kaputt ist. Oft arbeitet der Körper unter Bedingungen , die für Höchstleistungen nicht ideal sind.
Viele Menschen suchen nach komplizierten Erklärungen für Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme, kalte Hände und Füße oder eine verminderte Belastbarkeit. Dabei wird eine einfache Frage selten gestellt:
Wie hoch ist eigentlich meine Körpertemperatur?
Natürlich geht es nicht darum, dass jeder Mensch exakt, 37,0° C haben muss. Individuelle Schwankungen sind normal. Dennoch fällt es auf, dass manche Menschen dauerhaft eher niedrige Temperatur aufweisen und gleichzeitig Symptome zeigen, die auf einen verlangsamten Stoffwechsel hindeuten. Ein wichtiger Faktoren diesem Zusammenhang ist die Schilddrüse. Die Schilddrüse beeinflusst maßgeblich die Wärmeproduktion des Körpers. Ihre Hormone bestimmen mit, wie viel Energie in den Zellen umgesetzt wird und wie aktiv der Stoffwechsel arbeitet. Produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone oder können diese nicht ausreichend wirken, sinkt häufig auch die Körpertemperatur.
Deshalb lohnt sich bei anhaltend niedriger Temperatur ein genauer Blick auf die Schilddrüsenfunktion. Dabei sind nicht nur einzelne Laborwerte interessant, sondern auch die Frage, wie gut die Schilddrüsenhormone tatsächlich im Körper wirken. Spannend ist, dass die Körpertemperatur gleichzeitig Ursache und Folge sein kann. Eine verminderte Stoffwechselaktivität führt zu weniger Wärmeproduktion. Weniger Wärme wiederum kann enzymatische Prozesse bremsen. So entsteht ein Kreislauf, der sich auf Energie, Leistungsfähigkeit und Regeneration auswirken kann.
Vielleicht arbeitet der Körper genau so, wie er unter den gegebenen Bedingungen arbeiten kann, nur eben bei einer Temperatur, die für optimale Stoffwechselprozesse nicht ideal ist.
Die Körpertemperatur ist mehr als eine Zahl auf dem Thermometer. Sie ist ein Spiegel dafür, wie aktiv der Organismus gerade arbeitet.
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