Wenn der Nacken das Gleichgewicht verliert, wie die HWS Schwindel beeinflussen kann!

HWS-Schwindel verstehen: Wie Nacken, Gleichgewicht, Statik und Nervensystem zusammenwirken, plus drei Übungen.

Wenn der Nacken das Gleichgewicht irritiert:

Ein Ziehen im Nacken, Benommenheit beim Aufstehen oder ein kurzer Drehschwindel beim Blickwechsel, viele Menschen erleben diese Symptome, ohne die Ursache zu kennen. Häufig steckt auch die Halswirbelsäule (HWS) dahinter. Sie ist nicht nur eine Verbindung zwischen Kopf und Körper, sondern ein hochsensibles Steuerzentrum für Haltung, Orientierung und Gleichgewicht.

Die HWS als sensibler Sensor:

In der HWS sitzen zahlreiche Rezeptoren, die dem Gehirn ständig Rückmeldung über Kopf- und Körperposition im Raum geben. Diese Informationen werden mit den Signalen aus dem Innenohr (Gleichgewichtsorgan) und den Augen abgeglichen. Kommt es durch Verspannungen, Fehlhaltungen oder eingeschränkte Beweglichkeit zu gestörten Signalen, entstehen Widersprüche im Nervensystem, das Gehirn reagiert mit Schwindel, Unsicherheit oder Benommenheit.

Statik und reflexive Stabilisation, das Fundament für Balance

Eine aufgerichtete Körperstatik sorgt dafür, dass die HWS in Balance bleibt.Bei vielen Menschen kippt der Kopf im Alltag jedoch leicht nach vorn, etwa durch Bildschirmarbeit oder einseitige Belastung. Dadurch geraten tiefe Nackenmuskeln in Daueranspannung, während stabilisierende Reflexe abgeschwächt werden.

Reflexive Stabilisation beschreibt die automatischen Anpassungsreaktionen unseres Körpers, die uns im Gleichgewicht halten, etwa wenn wir auf unebenen Boden stehen.

Im neurozentrierten Training werden genau diese Reaktionen gezielt angesprochen. Statt reiner Muskelkraft geht es um die Verbesserung der neuronalen Kommunikation zwischen Augen, Gleichgewichtsorgan und Körperwahrnehmung.

Lymphfluss und Stoffwechsel, Bewegung als Regeneration:

Verspannte Nackenmuskeln können auch den Abfluss von Lymphe und venösem Blut behindern. Das führt zu Druckgefühlen, Trägheit und einem gestörten Stoffwechsel im Gewebe. Sanfte Bewegungen, bewusste Atmung und rhythmische Reize fördern den Lymphfluß und unterstützen so die Regeneration des gesamten Systems, vom Gewebe bis zur neuronalen Verarbeitung.

Neurozentriertes Training, das Nervensystem trainieren:

Im neurozentrierten Training steht das Nervensystem im Mittelpunkt. Übungen für Augen Gleichgewicht und Körperwahrnehmung verbessern die Informationsverarbeitung im Gehirn. Das Resultat: Bewegungen werden leichter koordinierter und sicherer.

Drei einfache Übungen:

  • Kopfpendel: Ziel ist die Lockerung der tiefen Nackenmuskulatur und Förderung des Lymphflusses. Stehe in aufrechter Haltung und lass den Kopf leicht nach vorne sinken, so dass das Kinn in Richtung Brustbein sinkt und richte dich auch wieder auf. Es ist wie ein sanftes “Ja” Nicken. Du kannst deinen Kopf dabei auch leicht drehen, etwas nach links und beim nächsten “Ja” etwas nach rechts. Lass die Schulter locker und atme entspannt.

 

  • Augen-Fixation mit Kopfbewegung (VOR): Ziel ist die Verbesserung der Koordination zwischen Auge, HWS und Gleichgewicht. Fixiere einen Punkt vor dir. Drehe den Kopf langsam nach rechts und links, während die Augen den Punkt weiterhin halten. Beginne mit kleinen langsamen Bewegungen und steigere dich, wenn du stabil bleibst.

 

  • Standbalance mit Atmung: Ziel ist die Aktivierung der reflexiven Stabilisation und die Förderung des Gleichgewichts. Stehe dazu in einem hüftbreiten Stand, verlagere dein Gewicht sanft von einer Seite zur anderen, spüre, wie dein Körper automatisch ausgleicht. Atme währenddessen tief den Bauch, das unterstützt den Lymphfluß und die Regulation.

Gleichgewicht beginnt im Nervensystem:

HWS Bedingter Schwindel ist oft ein Zeichen, dass das Zusammenspiel zwischen Körper, Statik und Nervensystem aus dem Takt geraten ist. Ein gezieltes Training kann helfen, die Wahrnehmung zu schärfen, die reflexive Stabilität zu verbessern und den Lymphfluß zu aktivieren.

Wichtig: Schwindel sollte immer ärztlich abgeklärt werden, besonders bei neuen oder starken Symptomen.

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