Mut zu Sprüngen, warum Blicksprünge unser Gleichgewicht stärken!

Unsere Augen sind ständig in Bewegung. Auch dann, wenn wir glauben, ganz ruhig zu schauen. Eine der wichtigsten und gleichzeitig am wenigsten bekannten Augenbewegungen sind Sakkaden, schnelle Blicksprünge von einem Punkt zum nächsten. Sie dauern nur Millisekunden und sind doch entscheidend dafür, wie sicher wir uns im Raum fühlen.

Was sind Sakkaden?

Sakkaden sind blitzschnelle Augenbewegungen, mit denen wir unseren Blick gezielt neu ausrichten. Wir springen mit den Augen von der Türklinke zum Lichtschalter, vom Text zur Uhr, vom Boden zum Horizont. Diese Bewegungen passieren meist unbewusst, mehrere tausend Mal am Tag.

Ohne Sakkaden könnten wir nicht lesen, keine Umgebung erfassen und keine Orientierung aufbauen. Das Gehirn nutzt diese Blicksprünge, um die Welt immer wieder neu “scharfzustellen”.

Augen, Gleichgewicht und Schwindel, ein sensibles Zusammenspiel:

Unser Gleichgewichtssystem besteht nicht nur aus dem Innenohr. Es ist ein fein abgestimmtes Netzwerk aus:

  • dem Vestibulären System (Innenohr)
  • der Propriozeption (Körperwahrnehmung)
  • dem visuellen System (Augen)

Gerade die Augen liefern dem Gehirn ständig Informationen darüber, wo wir sind und wie wir uns bewegen.

Wenn dieses System überfordert, unsicher oder schlecht abgestimmt ist, kann das zu Schwindel, Unsicherheit beim Gehen, Benommenheit oder Angst vor Bewegung führen.

Viele Menschen mit Schwindel versuchen unbewusst, ihre Augen möglichst ruhig zu halten. Der Blick wird festgehalten, Sprünge werden vermieden. Kurzfristig fühlt sich das sicher an, langfristig nimmt es dem Gehirn jedoch wichtige Trainingsreize.

Blicksprünge brauchen Mut:

Sakkaden sind kleine Sprünge und Sprünge bedeuten immer ein gewisses Risiko. Für das Nervensystem heißt das: Loslassen, neu orientieren, Vertrauen aufbauen.

Gerade bei Schwindel braucht es Mut, den Blick wieder aktiv springen zu lassen:

  • von nah zu fern
  • von rechts nach links
  • von unten nach oben

Diese Blicksprünge trainieren nicht nur die Augenmuskulatur, sondern vor allem die Verarbeitung im Gehirn. Das Nervensystem lernt:

Ich kann mich bewegen und bleibe trotzdem sicher!

Neurozentriertes Training: Sicherheit für das Gehirn:

Im Neurozentrierten Training steht nicht das Symptom im Mittelpunkt, sondern die Frage:

Was braucht das Gehirn, um sich sicher zu fühlen?
Sakkaden sind dabei ein wichtiges Werkzeug. Sie sind:

  • klar dosierbar
  • jederzeit anpassbar
  • schnell wirksam

Gezielte Blicksprungübungen können:

  • Schwindel reduzieren
  • die Orientierung im Raum verbessern
  • Gleichgewicht stabilisieren
  • Angst vor Bewegung abbauen

Entscheidend ist dabei nicht die Menge, sondern die Qualität. Kleine bewusste Sprünge, mit Pausen, Atmung und Körperwahrnehmung, geben dem Nervensystem genau die Information, die es braucht.

Gleichgewicht beginnt im Kopf und in den Augen:

Gleichgewicht ist kein statischer Zustand. Es ist ein ständiges Anpassen, Nachjustieren und Neuorientieren. Sakkaden helfen uns, genau das zu trainieren: flexibel zu bleiben, statt festzuhalten.

Manchmal beginnt Stabilität nicht mit mehr Spannung, sondern mit dem Mut, den Blick springen zu lassen.

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