Neurozentriertes Training, wenn Bewegung im Kopf beginnt

Schneller. Besser. Kraftvoller. Ausdauernder. Und vor allem: sicherer.

Was wäre, wenn nicht der Muskel der erste Schritt einer Bewegung ist, sondern das Gehirn?

Bevor du dich bewegst, verarbeitet dein Nervensystem eine enorme Menge an Informationen: Was sehe ich? Wo befindet sich mein Körper im Raum? Wie ist mein Gleichgewicht? Wie stabil ist mein Stand? Wie schnell kann ich mich bewegen? Und: Ist diese Bewegung für mich gerade sicher?

Erst wenn diese Informationen verarbeitet sind, wird Bewegung geplant und ausgeführt. Genau hier setzt Neurozentriertes Training an.

Was ist Neurozentriertes Training? Es betrachtet Bewegung aus einer anderen Perspektive. Nicht nur Muskeln, Gelenke  und Beweglichkeit sind entscheidend dafür, wie gut wir uns bewegen. Auch das Gehirn und Nervensystem bestimmen, wie Bewegung gesteuert, angepasst und erlebt wird.

Unser Gehirn sammelt dafür Informationen aus unterschiedlichen Systemen:

  • über die Augen
  • über das Gleichgewichtsorgan
  • über die Gelenke und Muskeln
  • über die Haut und Füße
  • über die Atmung
  • über die Wahrnehmung des eigenen Körpers

Aus diesen Informationen entsteht ein ständig aktualisiertes  Bild davon, wo wir uns befinden und wie wir uns bewegen können.

Das Nervensystem entscheidet dabei nicht nur: Wie kann ich diese Bewegung ausführen?

Es entscheidet auch: Ist diese Bewegung sicher?

Sicherheit ist die Grundlage von Bewegung. Unser Nervensystem ist ständig damit beschäftigt, Gefahren einzuschätzen.

Wenn eine Bewegung als unsicher wahrgenommen wird, kann das Gehirn Schutzstrategien einsetzen. Bewegungen werden beispielsweise kleiner, langsamer oder angespannter. Manche Menschen vermeiden bestimmte Bewegungen ganz. Das kann nach einer Verletzung passieren oder nach längerer Bewegungspause. Bei Schmerzen, nach Stürzen, oder aber auch bei Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen.

Dabei muss nicht zwangsläufig ein Muskel zu schwach oder ein Gelenk zu unbeweglich  sein.

Manchmal braucht das Nervensystem einfach bessere  Informationen, um eine Bewegung wieder sicherer zu organisieren.

Deshalb beginnt Neurozentriertes Training oft mit:

  • dem Gleichgewicht
  • den Augen
  • der Körperwahrnehmung
  • einer Veränderung der Körperposition
  • der Atmung

Bessere Informationen, bessere Bewegung

Stell dir vor, dein Gehirn bekommt Informationen aus verschiedenen Kameras. Eine Kamera liefert ein unscharfes Bild, eine andere hat eine leichte Verzögerung  und eine dritte funktioniert eigentlich ganz gut. Das Gehirn muss trotzdem entscheiden, wie du dich bewegen sollst.

Neurozentriertes Training versucht deshalb herauszufinden: Welche Informationen nutzt dein Nervensystem gerade? Und welche davon können wir verbessern? Dafür werden unterschiedliche Reize eingesetzt. Zum Beispiel Augenbewegungen, Gleichgewichtsreize, Kopfbewegungen, Gerüche, Farben, Übungen für die Körperwahrnehmung, Isometrie oder gezielte Bewegungsaufgaben. Das Training kann dadurch manchmal überraschend einfach aussehen. Und trotzdem kann eine kleine Veränderung einen großen Unterschied machen.

Schneller, kraftvoller und  ausdauernder

Neurozentriertes Training ist nicht nur für Menschen mit Beschwerden interessant. Auch sportlich kann es spannend sein. Denn Kraft allein entscheidet nicht darüber, wie kraftvoll eine Bewegung tatsächlich ist. Entscheidend ist auch, wie gut das Nervensystem die vorhandene Kraft koordinieren und abrufen kann. Das gleiche gilt für Schnelligkeit und Ausdauer.

Eine Bewegung kann schneller werden, wenn das Nervensystem sie effizienter steuern kann.

Eine Bewegung kann präziser werden, wenn die relevanten Informationen besser verarbeitet werden.

Und Belastung kann sich anders anfühlen, wenn Atmung, Bewegung und Regulation besser zusammenspielen.

Es geht also nicht darum, immer mehr zu trainieren. Es geht darum besser zu trainieren.

Für wen ist Neurozentriertes Training interessant?

  • Menschen, die sich unsicher bewegen oder häufig das Gleichgewicht verlieren.
  • Menschen, die unter Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen leiden.
  • Menschen, die nach einer Verletzung wieder vertrauen in Bewegung entwickeln möchten.
  • Menschen, die trotz ausreichender Kraft bestimmte Bewegungen nicht gut ausführen können.
  • Menschen, die ihre Beweglichkeit, Koordination oder Reaktionsfähigkeit verbessern möchten.
  • Menschen, die sportlich schneller, kraftvoller oder ausdauernder werden möchten.
  • Menschen, die einfach verstehen möchten, warum sich manche Bewegungen leicht und andere erstaunlich schwierig anfühlen.

Es geht nicht darum, eine Bewegung richtig oder falsch zu bewerten. Es geht darum zu schauen, was das Nervensystem braucht, um besser zu funktionieren. Wir trainieren: sehen, hören, Gleichgewicht, Körperwahrnehmung, Atmung, Kraft, Koordination, Bewegung. Und genau das macht diesen Trainingsansatz für mich so interessant.

Man muss nicht immer härter trainieren. Manchmal braucht das Nervensystem einfach einen anderen Reiz, eine andere Information oder eine andere Bewegungserfahrung.

Sicher, leichter ,schneller, präziser, kraftvoller.

Hast du Interesse? Dann mach doch einen Termin Home aus!