Schwindel verstehen: Warum stabile Augen und der VOR für das Gleichgewicht so wichtig sind!
Kennst du Unsicherheit beim Gehen? Verschwommenes Sehen bei Kopfbewegungen? Das Gefühl, “nicht richtig im Körper zu sein? Häufig liegt der Schlüssel nicht allein im Ohr, sondern in der Zusammenarbeit von Augen, Kopfbewegung und Nervensystem. Ein zentraler Reflex ist dabei der Vestibulo-Okuläre-Reflex (VOR).
Was ist der VOR?
Der VOR sorgt dafür, dass unsere Augen stabil bleiben, wenn sich der Kopf bewegt. Du gehst spazieren und kannst trotzdem ein Strassenschild lesen, obwohl dein Kopf sich bei jedem Schritt bewegt. Das funktioniert nur, weil:
- das Gleichgewichtsorgan im Innenohr
- die Augenmuskeln
- und das Gehirn
in Millisekunden miteinander kommunizieren. Bewegt sich der Kopf nach rechts, bewegen sich die Augen automatisch nach links, ohne dass wir darüber nachdenken.
Warum der VOR bei Schwindel so wichtig ist:
Bei Schwindel ist dieser Reflex oft:
- zu langsam
- zu ungenau
- vom Gehirn “vorsichtig heruntergeregelt”
Die Folgen können sein:
- verschwommenes Sehen bei Bewegung
- Unsicherheit beim Drehen des Kopfes
- Schwindel beim Gehen oder Autofahren
- schnelle Ermüdung
Wichtig: Das bedeutet nicht, dass etwas kaputt ist. Oft hat das Nervensystem gelernt, sich zu schützen und es reagiert lieber zu vorsichtig als zu mutig.
Neurozentriertes Training: Sicherheit statt Überforderung!
Das Gehirn entscheidet ständig, wie sicher eine Bewegung gerade ist. Wenn der VOR nicht zuverlässig arbeitet, stuft das Gehirn Bewegung als potentiell unsicher ein und reagiert mit Schwindel, Spannung oder Vermeidung.
Deshalb lautet die zentrale Frage nicht: Wie trainieren wir mehr? sondern:
Wie geben wir dem Nervensystem bessere Informationen?
Wie man den VOR sinnvoll trainiert:
VOR-Training bedeutet nicht, sich möglichst schnell oder stark zu bewegen. Im Gegenteil, zuviele Reize können die Symptome verstärken.
Sinnvolles VOR-Training ist:
- gezielt
- dosiert
- gut steuerbar
Typische Elemente sind:
- ruhige Augenfixation
- kleine kontrollierte Kopfbewegungen
- klare visuelle Reize
- kurze Übungsintervalle
- bzw. anforderungsspezifisches Üben
Schon wenige Sekunden können ausreichen, um dem Gehirn zu signalisieren:
Diese Bewegung ist sicher!
Warum Augen und Halswirbelsäule (HWS) immer zusammen gedacht werden sollten: Gerade bei Schwindel spielt die HWS auch eine große Rolle. Der VOR arbeitet nie isoliert, sondern immer im Zusammenspiel mit: Nackenmuskulatur, Kopfhaltung und Körperwahrnehmung. Ist die HWS sehr angespannt oder unbeweglich, bekommt das Gehirn widersprüchliche Informationen. Das kann den VOR zusätzlich verschlechtern. Deshalb ist es oft sinnvoll, Augentraining, sanfte HWS-Bewegungen und Nackenentspannung zu kombinieren.
VOR-Training ist kein Schnellprogramm:
- Symptomen dürfen sich zeigen, sollten aber nicht eskalieren
- Pausen sind Teil des Trainings
- jeder Mensch reagiert individuell
Neurozentriertes Training bedeutet immer testen und anpassen an die gegebene Situation und Anforderung, so dass das Nervensystem wieder Vertrauen in die Bewegung gewinnt.
Der VOR ist ein zentrales Bindeglied zwischen Sehen, Gleichgewicht und Bewegung. Bei Schwindel lohnt es sich, genau hier anzusetzen: ruhig, gezielt und nervensystemfreundlich.
Nicht mehr Reiz bringt Sicherheit, sondern bessere Informationen!
Und beim nächsten Blogtext geht es dann um den VOR-C, also sei gespannt!
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