Wie Schlucken, Gurgeln und die Arbeit am Hirnnerv XI Nackensymptome verbessern können.
Nacken- und Halswirbelsäulen-Beschwerden (HWS-Beschwerden) zeigen sich nicht nur als Schmerz oder Bewegungseinschränkung. Viele Betroffene berichten zusätzlich über Symptome wie Druck im Hals, häufiges Räuspern, ein Kloßgefühl oder ein unsicheres Schluckgefühl.
Diese Beschwerden wirken auf den ersten Blick unabhängig voneinander, sind es aber nicht unbedingt. Ein neurozentrierter Blick zeigt: Nervensystem, Halsmuskulatur, Schlucken und Haltung sind eng miteinander verbunden.
Bei anhaltenden HWS-Problemen ist nicht nur die Muskulatur betroffen. Auch das Nervensystem befindet sich häufig in einem erhöhten Schutzmodus. Typische Folgen sind:
- erhöhte Muskelspannung im Nacken
- reduzierte Beweglichkeit der HWS
- veränderte Wahrnehmung im Hals- und Rachenraum
- Unsicherheit bei automatischen Bewegungen wie Schlucken
Das Ziel neurozentrierter Übungen ist es daher nicht in erster Linie, kräftiger oder beweglicher zu werden, sondern dem Gehirn wieder Sicherheit zu vermitteln.
Der Hirnnerv XI (N. accessorius) steuert wichtige Nackenmuskeln, unter anderem:
- Sternocleidomastoideus (Kopf drehen und neigen)
- Trapezius (Schulter-Nacken-Spannung)
Bei HWS-Beschwerden sind diese Muskeln häufig überaktiv. Das kann:
- die Kopfhaltung verändern
- die Beweglichkeit des Halses einschränken
- Spannung im Rachen verursachen
Obwohl der Hirnnerv XI nicht direkt am Schlucken beteiligt ist, beeinflusst er indirekt, wie frei sich der Hals anfühlt.
Warum Schluckübungen bei Nackenschmerzen sinnvoll sind:
Schlucken ist eine automatische Bewegung, die mehrere Hirnnerven miteinander verbindet. Sanfte Schluckübungen:
- verbessern die Wahrnehmung im Halsbereich
- fördern eine natürliche Koordination von Atmung, Hals und Kehlkopf
- wirken regulierend auf das Nervensystem
Für das Gehirn sind klare Bewegungsinformationen ein wichtiges Signal: “Dieser Bereich ist sicher, ich muß ihn nicht schützen.”
Gurgeln als neurozentrierte Übung:
Gurgeln ist eine einfache, aber sehr effektive Übung. Sie aktiviert gezielt den Rachenraum und mehrere Hirnnerven, zum Beispiel:
- Hirnnerv IX Glossopharyngeus
- Hirnnerv X Vagus
- Hirnnerv XI Accessorius
- Hirnnerv XII Hypoglossus
Mögliche Effekte:
- Reduktion von Schutzspannung im Hals
- verbessertes Schluckgefühl
- Entlastung bei Druck oder Engegefühl
- indirekte Entspannung des Nackenbereichs
Gerade bei stressbedingten oder chronischen HWS-Beschwerden ist Gurgeln ein sanfter Einstieg.
Eine sanfte Mobilisierung der Nackenmuskulatur im Versorgungsgebiet des Hirnnerv XI kann dem Nervensystem helfen, Spannung loszulassen, ohne neue Schutzreaktionen auszulösen.
HWS-Beschwerden lassen sich nicht immer allein über Muskeln und Gelenke erklären. Übungen, die die Hirnnerven aktivieren, können dem Nervensystem Sicherheit vermitteln und zu verbesserter Bewegung und Schmerzreduktion führen. Nicht mehr Druck, sondern mehr Sicherheit ist häufig der Schlüssel zu weniger Symptomen.
Wenn du regelmäßig von mir hören möchtest, dann abonniere doch meinen monatlichen Newsletter: “Tipps und Tricks für ein Leben im Gleichgewicht!”: Anmeldung zum Newsletter
Oder buche einen Termin: Home