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"Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später ein Leben lang schöpfen kann." (Astrid Lindgren)
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Ich musste heute an diese Worte denken. Ich war in einem kleinen Malatelier, das zum Tag der offenen Tür eingeladen hatte. Jeder durfte einfach verschiedene Farben und Materialien auf Papier oder Leinwand ausprobieren, ohne Vorgabe, ohne Druck und ohne etwas leisten zu müssen. Da ich normalerweise nicht male, hatte ich überhaupt kein Konzept im Kopf. Ich habe einfach Farben genommen, die ich mag und einfach drauflos gepinselt. Eine Farbe nach der anderen, mal kräftig, mal zart, hier ein Strich, dort ein Klecks. Herausgekommen ist ein ziemlich buntes und etwas wildes Bild. Vielleicht spiegelt es sogar ganz gut meine momentane Stimmung wieder. Und genau das hat mich zum Nachdenken gebracht:
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Wie selten machen wir als Erwachsene etwas ohne ein Ziel zu haben?
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Meistens soll etwas dabei herauskommen. Wir wollen gut sein, etwas lernen, etwas schaffen oder uns verbessern. Selbst beim Spielen geht es häufig darum, zu gewinnen und gut zu sein. Dabei ist Spielen doch eigentlich genau das:
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- Ausprobieren
- Entdecken
- Scheitern
- Nochmal versuchen
- Lachen
- Im Moment sein
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Ich liebe diese Räume in denen wir genau das dürfen. Beim Bewegen zur Musik. Beim Malen oder Basteln, beim Spielen mit unserer Stimme, beim Tanzen, beim Experimentieren mit Bewegung und Ausdruck. Räume, in denen nicht sofort bewertet wird, ob etwas gut oder schlecht ist.
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Was dabei im Gehirn passiert:
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Auch unser Gehirn liebt diese Mischung aus Neugier, Neuem und Ausprobieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Himmelblaue Ort, lat. "Locus Coerulaeus" im Hirnstamm.
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Er steht unter anderem mit dem Botenstoff Noradrenalin in Verbindung und hilft dabei unsere Aufmerksamkeit und Aktivierung zu regulieren. Wenn etwas neu, überraschend oder interessant ist, kann dieses System unsere Aufmerksamkeit stärker auf das Geschehen lenken. Wir werden wacher, nehmen Veränderungen besser wahr und können flexibler reagieren.
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Genau das passiert beim freien Ausprobieren:
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- Was passiert, wenn ich diese Farbe mit der anderen mische?
- Wie fühlt sich diese Bewegung an?
- Was könnte ich als nächstes ausprobieren?
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Wir wissen das Ergebnis noch nicht und genau darin liegt der Reiz. Wir sind neugierig, wir sind aufmerksam, wir sind im Moment.
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Und vielleicht entstehen genau dort die kleinen "Schätze", von denen Astrid Lindgren spricht, die man auch als erwachsene Person kreieren kann.
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Nicht unbedingt fertige Bilder oder perfekte Ergebnisse, sondern die Erfahrung: Ich darf ausprobieren. Ich darf neugierig sein. Ich darf etwas machen, ohne gut darin sein zu müssen.
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Vielleicht sollten wir uns das als Erwachsene wieder öfter erlauben.
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Übung des Monats
- Nimm ein Blatt Papier und ein paar Farben. Male evtl. mit verbundenen Augen.
- Mach Musik an und bewege dich dazu.
- Sing laut den Song mit.
- Baue, bastel, forme etwas mit den Händen.
- Spiele ein Spiel, bei dem es ausnahmsweise nicht ums Gewinnen geht.
Einfach nur, um es zu machen und schau, was passiert. Vielleicht wird es bunt, vielleicht wild und vielleicht ganz anders als gedacht. Und hoffentlich macht es Spaß!
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Übrigens vom 21.10 - 21.11.26 findet bei mir in der Praxis eine Ausstellung mit Bildern von Antonia Hille statt, einer befreundeten Künstlerin. Die Vernissage ist am 23.10 ab 18.00 Uhr. Und am 30.10. um 19.30 Uhr findet eine Lesung von Volker Camehn, der "Lyrik Punk" statt. Zur Lesung bitte bei mir anmelden. Ich freu mich auf euch!
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Danke fürs Lesen. Bis bald!
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Move your body, move your day, start with a smile!
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